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Das ändert sich im September – von Onlineshopping bis zu neuen Abgastests

Im September treten wieder zahlreiche neue Gesetze und Regeln in Kraft. Asylbewerber bekommen per Gesetz weniger Geldleistungen, im Online-Banking gibt es eine große Änderung, Bayern schafft Kita-Gebühren teilweise ab, es gibt Änderungen bei den Abgastests. Der September sorgt für einigen Wirbel bei Online-Shoppern und Kunden, die Online-Banking nutzen. Denn beides soll sicherer werden. Dafür sorgt in vielen Fällen künftig die  sogenannte Zwei-Faktor-Authentifizierung.

Das sind die wichtigsten Änderungen im September:

1. TAN-Liste auf Papier wird ungültig

Wer im Internet seine Bankgeschäfte erledigt, muss sich auf Änderungen einstellen – zumindest wenn dafür immer noch die alten TAN-Listen auf Papier genutzt werden. Denn dieses Verfahren wird EU-weit ab Mitte September eingestellt. Künftig müssen TAN-Nummern generiert werden. Dafür können Kunden einen TAN-Generator nutzen. Aber Achtung: Viele Banken verabschieden sich nun auch von der sogenannten mTAN, die per SMS verschickt wird. Hintergrund dieser Änderungen ist die Europäische Zahlungsdienstrichtlinie „Payment Services Directment 2“ (PSD2). Sie soll Bezahlvorgänge sicherer machen. Mehr Infos dazu finden Sie hier.

2. Asyl-Leistungen werden angepasst

Zum 1. September werden die Geldleistungen für Asylbewerber gekürzt.Grund ist eine Änderung des Asylbewerberleistungsgesetzes. So werden künftig Kosten für Strom und Wohnungsinstandhaltung ausgegliedert.

Alleinstehende und Alleinerziehende, die nicht in einer Sammelunterkunft leben, bekommen dann nur noch 344 statt 354 Euro monatlich. Paare, die in einer Wohnung oder Gemeinschaftsunterkunft leben, erhalten nur noch 310 Euro (bislang 318 Euro). Bei Erwachsenen unter 25 Jahren, die noch im Haushalt der Eltern leben, sinkt der Bedarfssatz von 284 auf 275 Euro. Gleiches gilt für Erwachsene, die in einer stationären Einrichtung leben. Für minderjährige Asylbewerber ändert sich der Regelsatz wie folgt:

  • Jugendliche (14 bis 17 Jahre): 275 statt 276 Euro
  • Kinder (6 bis 13 Jahre): 268 statt 242 Euro (plus 26 Euro)
  • Kinder (bis 5 Jahre): unverändert 214 Euro

3. Beim Onlinebanking werden wir uns umstellen müssen

Ebenfalls ab Mitte September ändert sich auch das Anmeldeverfahren im Onlinebanking-Bereich. Künftig müssen sich Kunden mit zwei von drei Faktoren ausweisen. Diese sind:

  • Besitz (EC- oder Kreditkarte, registriertes Smartphone oder ein TAN-Generator)
  • Wissen (Passwörter, PIN oder persönliche Daten
  • Sein (biometrische Daten wie Fingerabdruck oder Gesichtsscan)

Also nur mit einem Mix, beispielsweise aus Passwort und Smartphone oder Fingerabdruck und PIN, können Sie sich künftig in ihrem Bankingportal anmelden.

Doch natürlich gibt es Ausnahmen. So können Banken selbst entscheiden, ob sie die komplizierten Anmeldewege bei jedem Login oder jeder Überweisung fordern. Bis zu 90 Tage können die Banken auch nur einen Faktor einfordern. Auch bei kleineren Überweisungsbeiträgen reicht eine Ein-Faktor-Identifizierung. Erst ab der fünften Überweisung unter 30 Euro oder wenn die Summe 100 übersteigt, muss der Kunde wieder zwei Sicherheitshürden nehmen.

Weitere Ausnahmen: Stufen Kunden Empfänger als vertrauenswürdig ein (oder nutzen sie ein Zweitkonto bei der gleichen Bank oder wollen sie einen Dauerauftrag einrichten) können Banken auch nur eine einfache Sicherheitsanforderung stellen. Wer sich unsicher ist, was ab dem 13. September gilt, sollte sich bei seiner Bank informieren.

4. Hebammen in Bayern bekommen ab September Prämie

Freiberufliche Hebammen in Bayernkönnen ab dem 1. September finanzielle Unterstützung beantragen. Die sogenannte Niederlassungsprämie in Höhe von einmalig 5000 Euro können Hebammen erhalten, die sich ab September im Freistaat niederlassen und eine freiberufliche Tätigkeit aufnehmen.

Antragsberechtigt sind auch festangestellte Hebammen, die neben ihrer Festanstellung noch freiberuflich in der Geburtshilfe tätig sind. „Mit der Prämie soll freiberuflichen Hebammen der Einstieg oder Wiedereinstieg in diesen wichtigen Beruf erleichtert werden“, sagt die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

5. Was ändert sich im Onlineshopping?

Die Online-Händler waren panisch – denn die PSD2-Richtlinie beim Bezahlen im Netz sollte auch Mitte September starten. Doch so richtig vorbereitet waren die wenigsten Shops. Am 21. August verkündete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), dass Kreditkartenzahlungen zunächst auch ohne starke Kundenauthentifizierung in Ordnung sind. Die Aufsichtsbehörde gewährt den Händlern somit einen Aufschub. Das gilt allerdings nur für die Zahlung mit der Kreditkarte. Alle anderen Bezahlmethoden müssen künftig mit zwei Faktoren bestätigt werden. Das Zahlen mit dem bequemen One-Klick-Verfahren ist damit Geschichte.

So zeigt der Modehändler Zalando in einem Video, wie dort künftig bezahlt werden soll: Der Kunden rollt seinen virtuellen Einkaufswagen zur Kasse und gibt seine Bankdaten ein. Zalando sendet verschlüsselt die Daten an die Bank des Kunden. Dort muss dieser sich mit einem weiteren Verfahren (PIN, Fingerabdruck, etc) authentifizieren. Erst dann ist der Einkauf abgeschlossen.

6. Neuer WLTP-Abgastest tritt in Kraft

Vor einem Jahr hat die Einführung des WLTP-Abgastestsdie Autoindustrie in ein Chaos gestürzt. Weil damals die Zulassungen für dutzende Modelle fehlten, wurden zehntausende Autos auf Halde produziert. Monatelang waren sie nicht lieferbar. Am 1. September tritt eine neue Version des Abgastests in Kraft. Dabei hat die EU die bestehenden WLTP-Anforderungen teils überarbeitet, teils neue hinzugefügt – etwa beim Verdunsten von Benzin aus dem Tank oder bei den Grenzwerten für Gebrauchtfahrzeuge.

Die Hersteller dürften dieses Mal besser vorbereitet sein. So haben sie ihre Modellvarianten reduziert und mehr Prüfstände aufgebaut. Zudem müssen nicht wieder sämtliche Varianten erneut auf den Prüfstand.Auch die VW-Tochter Audi, die bei der ersten WLTP-Umstellung mit die größten Probleme hatte, erwartet keine Angebotslücken.

Mit der Umstellung auf WLTP hat die EU dafür gesorgt, dass Autokäufer besser wissen, wie viel Sprit ihr Fahrzeug tatsächlich verbraucht. Die Verbrauchswerte auf dem Papier und auf der Straße unterscheiden sich heute weniger als früher.

7. München senkt Kita-Gebühren

Die Landeshauptstadt München senkt zum 1. September die Kita-Gebühren für städtische Einrichtungen sowie für Einrichtungen frei gemeinnütziger und sonstiger Träger, die an der Münchner Förderformel teilnehmen. Das geht aus einer Mitteilung hervor.

8. Aldi verlangt Geld für die dünnen Platikttüten

Ab dem 1. September müssen Kunden in der Obst- und Gemüseabteilung für die dünnen Plastiktüten zahlen. Ein Cent wird pro Tüte fällig. Damit reagiert der Discounter auf die Kritik, dass im Lebensmitteleinzelhandel zu viel Plastikmüll entstehe. Umweltschützer glauben allerdings, dass der geringe Betrag kaum abschreckend wirkt. Sie fordern einen höheren Preis.

9. YouTube-Abo ändert sich

Ab dem 24. September können YouTube-Nutzer künftig auch ohne Premium-Mitgliedschaft auf die Eigenproduktionen des Unternehmens zugreifen. Wer kein Premium-Abo hat, muss sich jedoch auf Unterbrechungen in Form von Werbung einstellen. Zudem werden die Folgen einer Serie erst nach und nach freigegeben, während beim Premium-Abo sofort alle Sendungen werbefrei abgerufen werden können.