Schleichwerbung ja, nein oder jein?

Cathy Hummels gewinnt Prozess um Schleichwerbung

Cathy Hummels, Instagram-Star und Fußballergattin, postet täglich auf ihren Profilen Bilder von sich und Produkten. Dagegen klagte ein Abmahn-Verband – doch verlor vor Gericht.

Die Richterin sieht keine unlautere Werbung.

Heute nachzulesen z.B. bei Spiegel online. ->

Aber ist das Urteil so eindeutig?

Wann ist der Hinweis „Werbung/unbezahlt“ bei selbsterworbenen Produkten notwendig?  Die aktuelle Entscheidung des LG München im Fall Cathy Hummels bietet zwar eine neue Deutungsweise, aber leider keine Klärung der Rechtslage.

Zusammenfassung:

Das KG Berlin verlangt bei selbst erworbenen Produkten keine Kennzeichnung, wenn diese ohne Entgelt in einem privaten/ redaktionellen Kontext eingebunden sind. Das heißt, obektive Test, Geschichten, die das Leben schreibt, aber keine explizite Werbung.

Das LG Karlsruhe sagt, dass bei einer Influencerin mit 4 Millionen Followern gar kein privater/redaktionellen Kontext bestehen kann, da alles was sie postet, geschäftlicher Natur ist. Diese geschäftliche Natur der Posts ist für die Nutzer aber nicht erkennbar, weshalb eine Kennzeichnung als Werbung notwendig ist.

Das LG München ist nun im Gegensatz zum LG Karlsruhe der Meinung, dass bei 400 Tsd Followern die geschäftliche Natur erkennbar ist und eine Kennzeichnung daher nicht notwendig. Zu dem Urteil liegen noch keine Gründe vor. Es dürfte aber nur reichweitestarken Influencern helfen.

Bis es eine Entscheidung des BGH gibt, bleibt es dabei: Jeder Fall muss einzeln geprüft werden. Selbst Juristen können keine absolut sicheren Antworten geben. D.h. im Ergebnis bleibt es bei der Empfehlung: Wer kein Risiko eingehen will, sollte bei selbst erwobenen Produkten/Reisen etc. lieber „Werbung/unbezahlt“, „Werbung wg. Markennennung“ o.ä. dazu schreiben.

Ist das nun für alle Accounts so? Nein, nur für Accounts die zumindest zum Teil geschäftlich genutzt werden. D.h. wer sich dafür entscheidet den eigenen Account z.B. auch für bezahlte Kooperationen zu nutzen, also rechtlich betrachtet „Influencer“ zu werden, muss die o.g. Vorgaben beachten. Der Schritt zum „Influencer“ mag zwar verlockend sein, bringt aber viele rechtliche Pflichten mit sich. Es gilt wie immer, zuerst überlegen, dann handeln.

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