Versicherungsschutz ohne Winterreifen

In Deutschland besteht grundsätzlich keine Winterreifenpflicht. Gemäß § 2 Abs. 3a StVO ist jedoch die Ausrüstung des Kraftfahrzeugs an die Wetterverhältnisse anzupassen. Insbesondere fällt darunter auch eine geeignete Bereifung.
Bei ungeigneter Bereifung kann somit ein Bußgeld verhängt werden i. H. v. € 20,00. Wird der Verkehr behindert oder sogar gefährdet, droht ein Bußgeld i. H. v. € 40,00 und ein Punkt im Verkehrszentralregister.

Zu unterscheiden davon sind die Auswirkungen auf die Kfz-Versicherung. Der Haftpflichtversicherungsschutz, der für Schäden an fremden Eigentum aufkommt, wird nicht beeinträchtigt. Jedoch kann ein Regressanspruch des Versicherers entstehen.
In der Voll- und Teilkaskoversicherung kann der Versicherungsschutz komplett entfallen. Ausschlaggebend ist jeweils, ob eine grobe Fahrlässigkeit vorliegt. Zur Beurteilung sind sowohl die konkreten Straßen- und Witterungsverhältnisse als auch Art und Zustand der Bereifung zu berücksichtigen. Nach Ansicht des OLG Frankfurt am Main ist eine grobe Fahrlässigkeit zu bejahen, wenn ein Wintersportgebiet mit Sommerreifen befahren wird. Ab einer bestimmten Höhenlage seien Winterreifen unverzichtbar, insbesondere bei Bergabfahrten fehle es ansonsten an den Seitenführungskräften der Reifen (vgl. OLG Frankfurt/Main, Az.: 3 U 186/02).

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