Mitverschulden bei erheblicher Überschreitung der Richtgeschwindigkeit

Wird die Autobahn-Richtgeschwindigkeit von 130 km/h erheblich überschritten, kann eine Mithaftung von dem Fahrer, der für den Unfall nicht ursächlich war, im Umfang von bis 40 % entstehen.

Das Oberlandesgericht Koblenz geht davon aus, dass ein „Ideal-Fahrer“, für den die Verwicklung in einen Unfall unabwendbar ist, regelmäßig nicht schneller als die Richtgeschwindigkeit fährt. Demnach besteht eine erhöhte Betriebsgefahr, wenn diese Richtgeschwindigkeit nicht eingehalten wird. Etwas anderes kann allenfalls dann gelten, wenn der die Richtgeschwindigkeit überschreitende Fahrer nachweist, dass der Unfall für ihn auch bei einer Geschwindigkeit von 130 km/h nicht zu vermeiden gewesen wäre.

Oberlandesgericht Koblenz, Az.: 12 U 313/13

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.