Burn-Out-Syndrom führt zur Leistungspflicht der Berufsunfähigkeitsversicherung

Auch eine psychische Erkrankung kann eine Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen hervorrufen. Grundsätzlich ist dies der Fall, wenn die Arbeitsfähigkeit zu mindestens 50 % eingeschränkt ist.

Im entschiedenen Fall des Landgerichts München I wurde bei einem Finanzmananger ein Burn-Out-Syndrom diagnostiziert. Nach erhöhter Arbeitsbelastung und Stresssituationen brach er unter der Belastung zusammen.

Nach fristgemäßer Meldung der Berufsunfähigkeit bei der Versicherungsgesellschaft verweigerte diese jedoch die Zahlung einer monatlichen Rente, es läge demnach keine Berufsunfähigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen vor.

Das Landgericht München I entschied hier zugunsten des Klägers und bewirkte so eine Rentennachzahlung von über 150 000 € und eine Rückerstattung von Versicherungsbeiträgen in Höhe von über 65 000 €. Die Richter erkannten das festgestellte Burn-Out-Syndrom als ausreichend an, die Arbeitsfähigkeit sei zu mindestens 50 % eingeschränkt worden.

Gerade bei Personenversicherungen mit hohen Auszahlungssummen verweigern Versicherer oft unberechtigt die Leistung. Die aktuelle Rechtsprechung zeigt jedoch, dass gerade dann Ansatzpunkte für den Versicherungsnehmer bestehen.

LG München I, Az.: 25 O 19798/03

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